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Rettet die Vorgärten!


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Ich habe hier eine Grau-Kollektion. Da haben Sie 28 Grautöne in jeder Qualität, da werden sie bestimmt zufrieden sein: Mausgrau, Staubgrau, Aschgrau, Steingrau, Bleigrau, Zementgrau." Loriot 

Worüber man bei Loriot, alias Sofa-Verkäufer Paul Winkelmann, noch lachen konnte, ist in unseren Gärten längst farblose Realität geworden. 

Der Vorgarten vom Ommerthalhof in Lindlar © GartenRadio.fm


Hellgrau, steingrau und dunkelgrau - gepflastert oder mit Kies und Schotter zugekippt, aus dem ab und zu ein trauriges Immergrün ragt. So sehen immer öfter gerade die Gärten aus, die als Visitenkarte des Hauses galten – die Vorgärten. 
 Immer mehr Vorgärten verwandeln sich in Steinwüsten © GartenRadio.fm

"Der Vorgarten hat die Aufgabe, einen morgens mutig ins Leben zu entlassen und abends liebevoll zu empfangen"  Vita Sackville-West  

Da hat die englische Gartenfachfrau Vita Sackville-West wohl an blühende Hortensien gedacht, an duftende Rosen oder leuchtenden Sonnenhut, an einen kleinen Apfelbaum vielleicht, der über einen Gartenzaun ragt. Wer durch öde Straßen geht, vor allem in Neubaugebieten, mag das als romantische Idee aus vergangenen Zeiten empfinden.  


Der Vorgarten als einladende "Visitenkarte" © GartenRadio.fm


Doch es regt sich Widerstand. "Rettet die Vorgärten", heißt die Aktion, die der Bundesverband Garten- und Landschaftsbau ins Leben gerufen hat. Man will darauf aufmerksam machen, wie sehr diese Kieswüsten sich ausbreiten, und was das für Mensch und Natur bedeutet.

Entsteint euch! 

 

Im süddeutschen Illertissen wirbt die Stiftung Gartenkultur mit der Aktion "Entsteint Euch" für den Rückbau von Kieswüsten. Wer sich entscheidet, seinen Vorgarten neu zu beleben, und symbolisch einige seiner Vorgarten-Steine in Illertissen abliefert, erhält im Gegenzug Bodenaktivator und Gründüngung und natürlich eine Anleitung, wie man die Kieswüste wieder los wird.

Frank Schroeder weiß, wie man naturnahe Gärten pflegeleicht gestaltet © GartenRadio.fm


Widerstand regt sich auch bei vielen engagierten Garten- und Landschaftsbauern. Einer davon ist Frank Schroeder.


„Wer zu mir kommt und einen Garten mit Steinen verlangt, bekommt ihn auch. Nur mit Pflanzen“


Frank Schroeder hat einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb im Bergischen Land. Sein Ommerthalhof ist der prächtige Beweis dafür, dass auch üppigste Pflanzenvielfalt pflegeleicht sein kann. Gemeinsam mit seiner Frau Nicole hat er das 10.000 qm große Areal angelegt. Gerne lädt er Kunden in seinen Garten ein, damit sie mit allen Sinnen die Schönheit eines naturnahen Gartens erfahren können, und sich gleichzeitig davon überzeugen können, wie pflegeleicht Pflanzenvielfalt sein kann. 

Ommerthal- Hof-Hund Liv in dem Garten, der nur 20 Minuten Pflege im Jahr braucht © GartenRadio.fm
20 Minuten im Jahr

Mehr Zeit als 20 Minuten im Jahr braucht Frank Schroeder nicht für seinen Vorgarten aufzuwenden. Damit das gelingt, arbeitet er mit Bändchengewebe, das auf den Boden gelegt wird, so dass zwischen den Stauden, Bäumen und Sträuchern keine Wildkräuter wachsen können. Die Qualität dieses Gewebes ist entscheidend. Es sollte nicht durchwurzelbar sein und keine Fäden ziehen, damit sich Käfer nicht darin verfangen. 

In das Gewebe werden Löcher geschnitten, in denen die Pflanzen wachsen. Dann wird es mit dem gewünschten Material abgedeckt, also mit Steinen oder Mulch. Frank Schroeder hat in seinem Garten gute Erfahrungen mit Kalksand gemacht, der so glatt ist, das kaum Laub darauf liegen bleibt.
 Pflanz-Zwischenräume sind mit Bändchengewebe belegt, und mit Kalkstein abgedeckt © GartenRadio.fm
Rückbau von Steinwüsten 

Wer einen Garten wiederbeleben will, muss keine gewaltigen Erdarbeiten in Kauf nehmen. Eine 10 Zentimeter dicke Schicht aus Industriekompost, die sogar auf Schotter gelegt werden kann, reicht, um zahlreiche Pflanzen wachsen zu lassen, sagt Frank Schroeder.

Gabionen heissen die Zäune und Sichtschutzwände aus Stein, die sich in immer mehr Gärten breit machen © GartenRadio.fm
Industriekompost eignet sich deshalb ausgezeichnet, weil er bei der Kompostierung auf 90 Grad erhitzt wird und dadurch keine keimfähigen Pilz- und Unkrautsamen mehr enthält. So wächst erstmal nichts, was nicht auch wachsen soll.

Auch eine Mauer kann ein Lebensraum sein © GartenRadio.fm

Warum es ein Irrtum ist, reine Kiesbeete ohne Pflanzen für pflegefrei zu halten, wie man nicht nur horizontale, sondern auch vertikale Steinwüsten vermeiden kann und welche Pflanzen sich für solche pflegeleichten Vorgärten eignen - hören Sie in der Sendung. 

Kontakt: 

Schroeder Gartenmanufaktur und Landschaftsbau
Ommerthalhof
zu Ommer 9

51789 Lindlar
www.ommerthalhof.de


Tipp:

Für alle, die sich gerne länger auf dem Ommerthalhof umsehen und/oder von dort aus das Bergische Land erkunden möchten, bieten Frank Schroeder und sein Frau Nicole liebevoll gestaltete Ferienwohnungen an.