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Der Garten im September: Erntezeit

Im Herbst wird eine ganze Reihe von Obst- und Gemüsesorten erntereif. Aber wie erkennt man, dass es soweit ist? Gärtnermeisterin Dagmar Hauke meint: „Es kommt immer ein bisschen darauf an…“

Da haben wir also wieder einmal den „Es kommt immer darauf an“-Satz, der zeigt, dass Gärtnern eine komplexe Angelegenheit ist, die oft alle Sinne und Erfahrung erfordert, obwohl man so gerne einfache Regeln hätte. Aber es kommt eben auch bei der Ernte darauf an: auf die Sorte, auf den Boden, auf das Klima und auf das, was man mit der Ernte vorhat. Einlagern, einmachen oder gleich aufessen.

Bei Kartoffeln erkennt man die Reife am Laub © GartenRadio.fm
Vitamine und Aroma

Selbst, wer gar kein eigenes Obst oder Gemüse im Garten oder auf dem Balkon anbaut, hat mehr davon, wenn er reif geerntetes Obst und Gemüse kauft. Denn der Vitamingehalt in Obst und Gemüse ist abhängig von Sonnenbestrahlung, Reifegrad und Erntezeitpunkt. Reif geerntetes Gemüse ist nicht nur vitamin- sondern auch aromareicher.

Pflaumen mit "Bereifung" © GartenRadio.fm
Reife-Check im Laden

Selbst im Laden ist es nicht leicht, zu erkennen, ob Obst oder Gemüse reif geerntet wurde. Bei Melonen und Pfirsichen kann man auf die eigene Nase vertrauen. Reif geerntete Früchte riechen intensiver.

Bei einigen Sorten, wie Pflaumen, Weintrauben, Äpfeln oder auch Kürbissen hilft es, die “Bereifung” zu prüfen, also die Wachsschicht, die die reife Frucht überzieht. Ist die Bereifung noch vorhanden, weist das nicht nur auf reif geerntete Früchte hin, sondern auch darauf, dass die Ernte noch nicht allzu lange her ist und die Früchte schonend gelagert und transportiert wurden.

Gärtnermeisterin Dagmar Hauke :"Bei Brombeeren kann man die Reife durch leichten Druck erkennen." © GartenRadio.fm
Erntezeit im Garten und auf dem Balkon

Manchmal ist es ganz einfach, im Garten und auf dem Balkon herauszubekommen, ob das Obst oder Gemüse reif ist. Einfach reinbeißen. Ob die Himbeere oder Kirsche reif ist, schmeckt man. Bei anderen Sorten ist es schwieriger. Kartoffeln wachsen unter der Erde. Man sieht sie nicht und kann auch nicht testweise reinbeißen.

Wichtig für den Erntezeitpunkt ist auch die Frage, was man mit den Früchten anfangen will. Soll eine Zucchini zum Beispiel roh im Salat verzehrt werden, erntet man sie kleiner. Sind sie zum Einlegen bestimmt, lässt man sie größer wachsen.

Einige Früchte müssen reif geerntet werden, andere haben die Fähigkeit, bei der Lagerung nachzureifen. Es braucht also einige Erfahrung für das Erkennen des richtigen Erntezeitpunkts. Dagmar Hauke, Gärtnermeisterin in der Alexianer Klostergärtnerei, hat uns erklärt, welche Anhaltspunkte weiterhelfen.

Mehltau auf den Blättern kann ein Zeichen dafür sein, dass die Erntereife eingetreten ist © GartenRadio.fm
Die Farbe

Eine ganze Reihe von Obst- und Gemüsesorten wechselt die Farbe. Manche ganz deutlich, wie Kirschen, die von Grün ins Rote wechseln. Bei anderen ist der Farbwechsel unmerklicher. Große Kürbisse z.B., wie der Halbe Zentner oder der Butternut werden ein paar Nuancen dunkler.

Die Blätter

Bauen die Blätter ab, ist das ein Zeichen dafür, dass die Frucht nicht mehr versorgt wird. Sie ist reif. Bei Kürbissen, Zwiebeln, Gurken und Kartoffeln ist das gut zu erkennen. Auch Mehltau auf den Blättern kann ein Hinweis auf Reife sein.

Bei Kohlrabi ist die Größe für den Erntezeitpunkt entscheidend © GartenRadio.fm
Die Größe

Auch die Größe der Früchte zeigt den Reifegrad an. Bei Erbsen und Bohnen gibt ein Blick in die Schote Auskunft. Ist der Abstand zwischen den Samenkörner genauso groß,  wie die Samenkörner selber, sind sie reif. Lässt man sie weiter hängen, wandeln sie den Zucker in Stärke um und werden mehlig.

Bei Zucchini geht man von einer Scherenlänge, also etwa 15 cm aus, dann sind sie richtig für den Salat. Wer vor allem die Schale verarbeiten will, weil dort die Geschmacksstoffe sitzen, kann sie wachsen lassen. Zucchini oder auch Gurken werden oft vor der “Endreife” geerntet, damit sie keine Kerne ausbilden. Sellerie und Möhren kann man auswachsen lassen.

Ist der Apfel reif, wenn er dem Wurm schmeckt? © GartenRadio.fm
Anfassen

Wenn Himbeeren sich leicht vom Zapfen streichen lassen, sind sie reif. Brombeeren hingegen sind Sammelfrüchte. Jede einzelne “Perle” ist eine Frucht. Wenn diese Früchte sich von rot in schwarz verfärben und anfangen zu schwellen sind sie reif. Sie fühlen sich dann fest und prall an und geben bei Druck ein bisschen nach.

Bei Apfel oder Birne ist es schwer, von der Größe oder Farbe auf den Reifegrad zu schließen. Da hilft der “Pflücktest”. Hebt man die Früchte an und der Stengel knickt ab, löst sich leicht vom Baum, hat man den richtigen Erntezeitpunkt erwischt. 
 Chilis kann man grün oder rot ernten. Wer es schärfer mag, greift zur roten Schote © GartenRadio.fm
Der Erden-Test - Teil 4

Wie wichtig die richtige Erde für das Wohl der Pflanze ist, haben wir schon einmal ausführlich in einer Sendung behandelt,. In diesem Sommer folgt der Praxistest. Anfang Juni haben wir vier Husarenknöpfchen (Sanvitalia) in einen Topf mit Erde gesetzt. Jeweils eine Pflanze in Balkonerde, Blumenerde, Bio-Gemüseerde und Pflanzerde. Die Balkonerde ist die teuerste Erde, die Pflanzerde die preiswerteste. Blumenerde und Bio-Erde liegen im Mittelfeld.

Alle vier Töpfe verbringen den Sommer unter gleichen Bedingungen. An demselben Standort mit dem gleichen Gießverhalten. Die Pflanzen werden nicht gedüngt. Wir beobachten, ob sie unterschiedlich gut gedeihen, wie sie blühen und ob sie mehr oder weniger Probleme mit Krankheiten oder Schädlingen bekommen. So jedenfalls war das geplant, aber dann ist das passiert, was jedem Gärtner passieren kann. Der lila Topf mit der Balkonerde ist an einem besonders heißen Tag übersehen worden und hat die Trockenheit nicht überlebt.

Das ist schade, denn - so wie von Marco Büttgenbach, dem Leiter der Alexianer Klostergärtnerei erwartet - hatte das Husarenknöpfchen in der hochwertigen Balkonerde jetzt, Anfang September, also nach 3 Monaten, am meisten Blätter und Blüten gebildet. Wie es sich weiterentwickelt hätte, können wir leider nicht mehr beobachten. 

Und trotzdem gibt es für den Gärtnermeister eine positive Erkenntnis. Denn in den anderen drei Erden haben sich die Pflanzen ziemlich gleich entwickelt. Alle Pflanzen sind gut versorgt, wachsen und fühlen sich wohl und das, obwohl nicht nachgedüngt wurde.

Das erste Fazit von Marco Büttgenbach lautet: wer sich mit Düngen etwas auskennt, kann auch für die Sommerbepflanzung in Kasten und Kübel zur preiswerten Pflanzerde greifen. Preiswert ist allerdings nicht mit billig zu verwechseln. Eine hochwertige Pflanzerde sollte es auf jeden Fall sein. Auch für die anstehende Herbstbepflanzung.  

Drei Monate später - von links nach rechts: Husarenknöpfchen in Balkonerde, Blumenerde, Bioerde und Pflanzerde  © GartenRadio.fm © GartenRadio.fm
Ob man am Wurm erkennt, wann Apfel und Birne reif sind, welche Rolle die Lagerung spielt und was man der Pflanze und dem Boden nach der Ernte Gutes tun kann - hören Sie in der Sendung.