Goethe als Gärtner und Naturforscher

Von gärtnerischer Leidenschaft, der Suche nach der Urpflanze und dem grünen Daumen seiner Frau.

Johann Wolfgang von Goethe war 26 Jahre alt, als er 1775 von Frankfurt nach Weimar zog. Am 28.08.2026 jährt sich sein Geburtstag zum 277. Mal. Fällt sein Name, geht es in erster Linie um Literatur: Faust I und II, Die Wahlverwandtschaften, Italienische Reise oder Die Leiden des jungen Werther – um nur eine winzige Auswahl aus seinem gewaltigen Werk zu nennen.

Goethes Hausgarten am Frauenplan in Weimar wir in den nächsten vier Jahren umgebaut.Gärtner und Botaniker

Aber Goethe war auch Naturwissenschaftler. Es gibt Kenner, die meinen, er sei sogar mehr Naturwissenschaftler als Dichter gewesen. Er interessierte sich für alles, was mit Natur zu tun hat: Pflanzen, Steine, Algen, Farben und physikalische Prozesse. Und er war ein leidenschaftlicher Gärtner. Er rodete, pflanzte und säte. Er liebte Nelken, Aurikeln und Dahlien.

In Goethes naturwissenschaftlicher Sammlung finden sich 11 verschiedene Herbarien.Brief an seine Mutter

So schrieb er an einem Novembertag an seine Mutter in Frankfurt:

„Abends 6 Uhr. Ich sitze noch in meinem Garten, es ist das schönste Wetter von der Welt, pflanze und mache allerlei Zeug, das künftig schön aussehen und uns in guten Augenblicken Freude machen soll.“

Landschaftsarchitekt Michael Sperber plant den Umbau des Goethe Gartens.Ein Garten allein reicht nicht

In Weimar, wo er bis zu seinem Tod 1817 lebte, erinnern gleich zwei Gärten an den Dichter: der Garten an der Ilm und sein Hausgarten in Weimar am Frauenplan.

Die Kornelkirsche ist das älteste Gehölz in Goethes Hausgarten.Das Goethe-Museum in Weimar bleibt geöffnet

Sein Wohnhaus samt Garten in Weimar schließt am 1. November für vier Jahre. Die Klassik Stiftung Weimar wird die Zeit nutzen, um Goethe als Gärtner und Botaniker erfahrbarer zu machen.

Dr. Thomas Schmuck ist Kustos der naturwissenschaftlichen Sammlung von Goethe.

Beim Rundgang mit dem Landschaftsarchitekten Michael Sperber und dem Kustos der naturwissenschaftlichen Sammlung Goethes, Dr. Thomas Schmuck, hören wir von   Goethes Gartenleidenschaft, seiner Suche nach der Urpflanze, seinen Naturbegriff und warum Goethe als Naturbeobachter und Wissenschaftler heute wieder erstaunlich aktuell ist.

P.S Buchtipp

Mein Lieblingsbuch über Goethes Gärten ist noch im Antiquariat erhältlich:

Renate Hücking und Marion Nickig: Mit Goethe im Garten. Callwey.

P.S Hörtipp: Das Gartenradio im "Antritt"-Podcast von detktor.fm

Falls Ihr wissen möchtet, wie es hinter den Kulissen des Gartenradios zugeht – also was ich so erlebe, wenn ich für meine Interviews durch die Lande reise, dann könnt Ihr das im aktuellen Fahrradpodcast „Antritt“ von detektor.fm hören. Der nette Gerolf Meyer und ich haben dabei erstaunlich viele Parallelen zwischen Gärtnern und Fahrradfahren entdeckt. 🌻🚲

Viel Spaß beim Hören!

Vielen Dank für die vielfältige Unterstützung , individuell und Steady :   

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