Von edlem, süßweinartigen Zuckergeschmacke

In den Supermarktregalen gibt es höchstens fünf verschiedene Apfelsorten zu kaufen, meist noch nicht einmal mit Sortennamen angeboten, sondern als „rote“, „süße“ oder „grüne“ Äpfel.  


Ähnlich die Situation in den Apfelplantagen. Hier herrschen weitgehend Monokulturen vor.

Wie groß die Vielfalt der Sorten aber tatsächlich ist, zeigt sich in diesem Buch. Vor über 150 Jahren malten zwei Schweizer Kunstmaler Aquarellbilder überwiegend von Äpfeln, aber auch von Birnen, Pflaumen, Trauben und Kirschen. 116 davon sind bis heute erhalten. Ihre Herausgeberin ist  „Fructus“, die Vereinigung zur Förderung alter Obstsorten in der Schweiz.

Einen Monat Arbeitszeit soll es gebraucht haben, jeweils ein Bild von Frucht und Zweig zu malen, mitsamt der Stippen und Flecken. Die Sortenbilder wirken altertümlich, sind aber nach Angaben der Fachleute heute noch notwendig, um die jeweilige Sorte zweifelsfrei bestimmen zu können. Eingefleischte Pomologen werden ihre Freude an den Bildern haben. Wir Laien können aber wenigstens ein wenig davon träumen, etwas mehr Apfelvielfalt genießen zu dürfen.  (UF)

Beatrice Gut, Jakob Schierscher, Von edlem, süßweinartigen Zuckergeschmacke, Haupt-Verlag 2026; 39,90 Euro.